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Schloss Herbersdorf |
| Die Herbersdorfer
waren Wildoner Dienstmannen, die hier im 12. Jahrhundert einen Wehrbau
errichteten. Die in Herbersdorf lebende Linie der Wildoner starb schon
im 14.Jahrhundert aus und vererbten ihr Gut an die kinderreichen Lemsitzer.
Schließlich verkauften die Lemsitzer an die Retzer. Die Witwe des
Sohnes von Georg Retzer verkaufte das Anwesen 1575 an die Eggenberger.
Seifried von Eggenberg ließ an Stelle des Wehrbaues das prächtige
Schloss bauen. In der Folge
wechselte Schloss Herbersdorf mehrmals den Besitzer bis schließlich
Johann Gabriel Freiherr von Maschwander 1648 das Schloss dem Stift Stainz
verkaufte. |
Das Stift zeigte wenig Interesse an dem Schloss, ließ
es sowie den Meierhof verfallen. Als nach Aufhebung des Stiftes 1786 auch
Herbersdorf Staatsherrschaft wurde, war das Schloss in einem trostlosen Zustand und wurde 1797 nach der Schleifung von einem Josef Muchitsch erworben. Die Bauern der Umgebung holten sich hier begehrte Baumaterialien. In der Urkunde steht, dass statt des ehemaligen Schlosses eine „Keusche“ - das heutige Anwesen - mit Schweinstratten (Schweinehof) errichtet wurde. Seit dieser Zeit ist es im Familienbesitz. Die schönen Sandsteinfiguren - Heiliger Augustinus, Heilige Katherina
- stehen bei der Riegelanderlkapelle in Herbersdorf, die Immatriculata
bei Anwesen Treiber und eine Marienstatue ziert den Hauptplatz in Stainz. |
Die Großmutter des jetzigen Besitzers wurde 1871 hier auf dem über einen Teil des Schlosskellers erbauten Anwesen Walter, vlg, Dörrisch geboren. Der Großonkel, Johann Walter war ein angesehener Tierheiler, der bis 1960 von den Bauern des gesamten Gerichtsbezirkes aufgesucht wurde. 1975 wurde das Anwesen auf Leibrente gekauft und seit 1981 ist die von der Goggmühle erworbene Kernölpresse im ehemaligen Kuhstall in Betrieb. Der teilweise erhaltene Schlosskeller wurde 2001 zu einem Gast- und Veranstaltungsraum umgebaut. Die Kernölpresse und der Keller sollen ein touristischer, kulinarischer und kultureller Treffpunkt sein. |